Kürzlich erfuhren wir zu unserer Überraschung, dass Danny MacAskill (wohl der berühmteste Mountainbiker der Welt, dank seiner wahnsinnigen Trials-Fähigkeiten und viralen Videos) das SwitchGrade erwähnte, während er ein Podcast-Segment für den von Chris Hall moderierten Downtime Podcast drehte.
Den Clip gibt es hier.
Danny erwähnt, dass das SwitchGrade ihm hilft, seine Arme bei langen Anstiegen zu entspannen, was wir nicht oft thematisieren. Er bezieht sich auf die ermüdungsreduzierenden Vorteile, die eine negative Sattelneigung bieten kann. Um dies besser zu verstehen, werden wir uns etwas eingehender mit den biomechanischen und ergonomischen Auswirkungen einer nach unten geneigten Sattelspitze beim Klettern befassen. Das Thema Biomechanik ist immens komplex und würde den Rahmen dieses kurzen Artikels sprengen, daher konzentrieren wir uns auf die wichtigsten Punkte und präsentieren die Vorteile in kleinen, verdaulichen Häppchen.
Die biomechanischen Vorteile des Kletterns mit negativer Sattelneigung (die gekürzte, einfach erklärte Version)
1. Verbesserte Beckenrotation und Haltung
Das Neigen des Sattels nach unten verschiebt das Becken nach vorne und fördert die anteriore Beckenrotation. Diese Position ermöglicht es dem Fahrer, sich bequemer in einen Anstieg zu lehnen, was die Belastung des unteren Rückens reduziert. Eine Vorwärtsrotation des Beckens kann dazu beitragen, eine natürlichere Ausrichtung der Wirbelsäule aufrechtzuerhalten, was das Risiko von Beschwerden im unteren Rückenbereich verringert, insbesondere bei längeren Sitzanstiegen.
2. Verbesserte Kraft aus den Beinen
Beim Bergauffahren geht es darum, die Beine zu benutzen, um kräftig in die Pedale zu treten. Eine nach unten geneigte Sattelneigung hilft, einige der größeren und stärkeren Muskeln in den Beinen wie Gesäßmuskeln (Po-Muskeln) und Hamstrings (Rückseite der Oberschenkel) zu aktivieren, anstatt sich zu sehr auf die Quadrizepse (Vorderseite der Oberschenkel) zu verlassen. Durch die Nutzung von mehr dieser kräftigen Muskeln kann die Arbeitslast auf eine größere Gruppe verteilt werden, was dazu beiträgt, vorzeitige Ermüdung zu verhindern und länger kräftiger zu klettern. Es ist ein bisschen so, als würde man bei einer Teamleistung mehr Hilfe rekrutieren – wenn alle mitmachen, erzielt man ein besseres Ergebnis, und die Beine fühlen sich nicht so schnell müde an.
3. Verbesserte Trittfrequenz und effizientere Pedalbewegungen
Wenn Ihr Sattel nach unten geneigt ist, verschiebt sich Ihre Körperposition auf natürliche Weise nach vorne, was die Pedaleffizienz und eine gleichmäßigere Trittfrequenz verbessern kann. Stellen Sie es sich so vor, als würden Sie den perfekten Rhythmus finden, bei dem Sie nicht mehr gegen die ungünstigen Winkel eines flachen Sattels (d. h. parallel zum Gefälle) ankämpfen. Stattdessen bleiben Ihre Hüften, Knie und Knöchel während des gesamten Pedalhubs besser ausgerichtet, sodass Sie mit jedem Druck mehr Kraft erzeugen können.
Diese gleichmäßigere Bewegung hilft Ihnen, „tote Punkte“ zu vermeiden, an denen Sie nicht viel Kraft erzeugen. Im Wesentlichen ermöglicht sie Ihnen, effizienter zu treten und weniger Energie zu verschwenden, was besonders bei langen, anstrengenden Anstiegen wichtig ist.
4. Weniger Belastung des Oberkörpers
Beim Bergauffahren ist es natürlich, sich nach vorne auf das Fahrrad zu lehnen. Ist der Sattel jedoch flach positioniert oder (wiederum parallel zum Boden), kann dies zu einer erhöhten Belastung des Oberkörpers, insbesondere der Arme, Schultern und des Rückens, führen. Man zieht stärker am Lenker, um das Gleichgewicht zu halten, was die Fahrt deutlich ermüdender machen kann.
Das ist es, worauf Danny MacAskill Bezug nahm: Das ständige Drücken und Ziehen am Lenker, während man versucht, aufrecht zu bleiben und in die Pedale zu treten, führt zu vorzeitiger Ermüdung des Oberkörpers.
Bei einer negativen Sattelneigung ist Ihr Gewicht gleichmäßiger verteilt und Ihr Körper bleibt in einer ausgewogeneren Position. Das bedeutet, dass Sie sich nicht so sehr auf Ihren Oberkörper verlassen müssen, um stabil zu bleiben, sodass Sie sich etwas entspannen und Ihre Energie für das Wesentliche sparen können – Ihre Beine!
5. Bessere Gewichtsverteilung
Das Befahren steiler Wege oder Straßen erfordert ein feines Gleichgewicht zwischen ausreichend Gewicht auf dem Hinterreifen für die Traktion und ausreichend Gewicht auf dem Vorderrad für die Kontrolle. Ein leicht nach unten geneigter Sattel hilft Ihnen, Ihr Gewicht auf natürliche Weise nach vorne zu verlagern. Das erleichtert es, Ihr Vorderrad am Boden zu halten, und gibt Ihnen eine bessere Kontrolle über Ihr Fahrrad, insbesondere bei technischen Anstiegen, wo das Gelände unberechenbar sein kann.
Gleichzeitig verhindert die Sattelneigung, dass Sie nach hinten rutschen, und hilft, die Traktion am Hinterrad aufrechtzuerhalten, damit Sie den Grip nicht verlieren. Dieses Gleichgewicht ist entscheidend, um den Schwung beizubehalten und plötzliche Stopps zu vermeiden, wenn Sie Ihr Fahrrad bergauf in Bewegung halten müssen.
6. Reduzierter Druck auf empfindliche Bereiche
Ein oft übersehener Vorteil einer nach unten geneigten Sattelposition ist die Reduzierung des Drucks auf Ihren Perinealbereich (das Weichgewebe zwischen Ihren Sitzknochen). Ein flacher oder nach oben geneigter Sattel kann diesen empfindlichen Bereich stark belasten, was bei langen Fahrten zu Unbehagen, Taubheitsgefühl oder sogar Schmerzen führen kann. Eine Neigung nach unten verlagert mehr Ihres Körpergewichts auf Ihre Sitzknochen, die wesentlich besser für diesen Druck gerüstet sind. Dies macht Ihre Fahrt nicht nur komfortabler, sondern ermöglicht Ihnen auch, sich auf den Anstieg zu konzentrieren, ohne sich mit ständigem Sattel-Unbehagen auseinanderzusetzen.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine leichte Neigung der Sattelspitze nach unten (negative Sattelneigung) beim Bergauffahren einen großen Unterschied machen kann. Sie verbessert den Komfort durch eine bessere Beckenausrichtung, beansprucht größere Beinmuskeln für mehr Kraft, erhöht die Pedaleffizienz, reduziert die Belastung des Oberkörpers und hilft bei der Gewichtsverteilung und Traktion. Zudem entlastet sie empfindliche Bereiche, sodass Sie länger ohne Beschwerden fahren können.
Wenn Sie also effizienter und bequemer klettern möchten, versuchen Sie, Ihre Sattelneigung anzupassen. Oder besorgen Sie sich einfach ein SwitchGrade! Es ist eine kleine Anpassung, die bei Ihrer nächsten Fahrt einen riesigen Unterschied machen könnte.
Glauben Sie, dass es Ihnen helfen könnte, die Sattelspitze bei langen Anstiegen nach unten zu neigen? Wir würden uns über Ihre Gedanken freuen.
Als Nächstes: Die Vorteile der positiven Sattelneigung beim Bergabfahren

Kommentar hinterlassen